Dieser Rückblick ist verdichtet. Er ist aus erster Hand. Er behandelt Ferdi Fischers 45-Meter-Highfall am Burgsteinfelsen im Jahr 2009.

Der Bericht dokumentiert das Ereignis. Er erfasst die Menschen, Medien und Entscheidungen darum. Er ist weder Spezifikation noch Methode zur Nachahmung.

Die Aussagen stammen aus Fischers Archiv. Sie sind persönliche Erfahrung. Diese Kennzeichnung bleibt bestehen, sofern die Aussagen nicht unabhängig belegt sind.

Die Ausgangslage

2009 stand Stuntperformer Ferdi Fischer am Burgsteinfelsen nahe Dollnstein in Bayern über einem Landestapel aus Pappkartons. Die Höhe betrug 45 Meter – rund 150 Fuß.

Der Sprung entstand für einen „Fake Check“ der ProSieben-Sendung Galileo zur Frage, ob ein Highfall dieser Größenordnung in Pappkartons gelingen kann. Fischer plante einen Gainer: eine Rückwärtsrotation, für die er sich sauber vom Fels lösen musste, statt lediglich hinunterzutreten.

Die Zahl beschreibt die Größenordnung, nicht aber die Arbeit darunter. Lange vor dem Absprung bestand die entscheidende Aufgabe darin, Tausende gewöhnliche Kartons in einen kontrollierten Landebereich zu verwandeln – und diesen Bereich nutzbar zu halten, während sich die Bedingungen im Tagesverlauf veränderten.

Der Landestapel

Laut Fischers ursprünglichem Bericht sah der Plan etwa 2.000 Kartons mit einheitlichen Abmessungen vor. Bei der Lieferung entsprach nur ein Teil diesen Vorgaben. Sein Team ordnete das verfügbare Material neu, konzentrierte die gleichmäßigsten Kartons dort, wo sie am wichtigsten waren, und setzte die übrigen darum herum ein.

Freunde und Kollegen, die normalerweise mit Fischer in der Stuttgarter Bar Waranga arbeiteten, klebten, trugen und stapelten Kartons auf unebenem Gelände. Gezielt durchgeführte Vorbereitungstests von einer Arbeitsplattform ermöglichten dem Team vor dem finalen Versuch eine begrenzte Prüfung.

Diese Geschichte darf nicht als reproduzierbare Formel verstanden werden. Ein realer Stunt hängt von qualifizierten Fachleuten, produktionsspezifischer technischer Planung, kontrollierten Bedingungen und der Befugnis zum Abbruch ab. Pappkartons allein sind kein Sicherheitssystem. Unsere Sicherheitsanalyse zu Buster Keaton untersucht, wie sich diese Entscheidungsmacht vom individuellen Ermessen in moderne Produktionssysteme verlagert hat.

Aufbauarchiv / 04 Bilder

Aufbau unterhalb des Felsens

Bilder: Ferdi Fischer / SlamArtist.com

Quellengrafik

Eine Maßstabsgrafik – keine Methode

Deutsche redaktionelle Infografik zum 45-Meter-Highfall am Burgsteinfelsen mit Höhenmaßstab, Fallzeit, modellierter Geschwindigkeit, Produktionszeitachse und Karton-Landebereich; historischer Kontext, keine Anleitung.
Illustrative Quellengrafik aus dem vollständigen Originalbericht. Sie dient dem Kontext und ist kein technischer Plan.Ferdi Fischer / SlamArtist.com
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Die letzten Stunden

Fischer schreibt, ein Umweltbeamter habe den Aufbau aus Sorge um einen Falkenhorst nahe der Felswand gestoppt. Das Team suchte etwa drei Stunden lang nach einem anderen Ort und kehrte anschließend zum Burgsteinfelsen zurück. Inzwischen schwand das Licht, und die Pappkartons waren wechselnden Abendbedingungen ausgesetzt gewesen.

Die Crew stellte den Landestapel fertig, positionierte die verfügbaren Kameras und bereitete den Versuch vor. Das Zeitfenster schloss sich, und bei einem Aufschub wäre das Material nicht unverändert geblieben.

Motivarchiv / 03 Medien

Am Burgsteinfelsen vor dem Sprung

Ein stummer Motivclip und zwei Ansichten vom Gipfel zeigen vor dem Versuch den Felsen, das Tal und die Größenordnung des Landebereichs.

Burgsteinfelsen und Landestapel vor dem Sprung. Stummer Archivclip, 15 Sekunden.
Blick vom Gipfel auf den Landestapel aus Pappkartons und die weit unten stehenden Fahrzeuge.
Der Blick vom Absprungpunkt.
Ferdi Fischer steht wenige Sekunden vor dem Sprung unterhalb des Gipfelkreuzes an der Felskante.
Sekunden vor dem Absprung am Burgsteinfelsen.

Medien: Ferdi Fischer / SlamArtist.com

Der Sprung

Vom Gipfel aus wirkte der Landebereich sehr klein. Fischer prüfte die Bedingungen, entschied sich für den Absprung und rotierte vom Felsen weg. Der Fall blieb kontrolliert, bis er unten in den Kartons verschwand.

Der Aufprall trieb ihn tief in den Stapel. Die Pappe absorbierte und dämpfte den Schall, sodass die Menschen oben ihn nicht hören konnten. Das Team begann sofort, Kartons wegzuräumen, um die Aufprallstelle zu erreichen.

Fischer kam mit Prellungen, aber lebend heraus. Er erinnert sich, dass die Verzögerung ihm beide Schuhe von den Füßen riss. Dem Originalbericht zufolge hielt eine eigens vorgesehene Hochgeschwindigkeitsaufnahme die entscheidende Kompression nicht fest, während sechs weitere Kameras den Sprung in Echtzeit aufnahmen.

Lizenzierte Stuntreferenz / separate Performance

Ein Fall, der in einem einzigen Bild lesbar ist

Ein Stuntperformer stürzt kopfüber von einem Balkon eines Westernsets in Richtung einer mit Heu bedeckten Landefläche.
Ein anderer realer Fallstunt 2007 in Mini Hollywood. Das Bild zeigt weder Fischer noch den Burgsteinfelsen-Sprung; es dient als klare und rechtlich dokumentierte visuelle Referenz für die hier besprochene physische Action.Emilio del Prado — von STUNT.BLOG beschnitten — CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.QuellseiteOriginaldateiCC BY-SA 2.0

Filmarchiv / 05 Perspektiven

Der Sprung aus fünf Perspektiven

Die Hauptschnittfassung und vier ungeschnittene Kameraperspektiven teilen sich einen Player. YouTube wird erst geladen, wenn eine Perspektive abgespielt wird.

Und dann wurde die Welt still.Aus Ferdi Fischers ursprünglichem Bericht auf SlamArtist · Quelle

Bergungsarchiv / 03 Bilder

Vom Aufprall bis zur Bergung

Bilder: Ferdi Fischer / SlamArtist.com

Was bleibt

Die Zahl in der Schlagzeile lautet 45 Meter. Für das Stunt Design bleibt nicht die Höhe das entscheidende Thema, sondern das Vertrauen in die Freunde, die den Landebereich bauten, Ausrüstung trugen, Kameras bedienten und Kartons wegräumten, bis sie Fischer erreichten. Auf diese Abhängigkeit von Vorbereitung und Vertrauen in die Crew kommt Fischer in seinem späteren Gespräch bei SWR1 zurück.

Diese kürzere Fassung bewahrt diesen Kern, ohne jeden Streitpunkt oder jedes technische Detail wiederzugeben. Der vollständige Bericht aus erster Hand enthält die längere Geschichte, die komplette Bildserie, Audio und Originalaufnahmen.

Quellen- und Archivnachweis

  1. 45 Meters (150ft) into Cardboard (The True Story)Ferdi Fischer / SlamArtist.com, 2026-01-29. Abgerufen am 2026-07-21.

Redaktioneller Nachweis

Dokumentierte Fakten, redaktionelle Analyse und zugeschriebenes Quellenmaterial werden in diesem Bericht voneinander getrennt.

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